Es ist nicht von der Hand zu weisen, der Handel und auch der Buchhandel sind volatil. Die leichten Umsatzsteigerungen der letzten Zeit wurden nicht mit einer steigenden Zahl an Leserinnen und Lesern, sondern mit steigenden Ausgaben pro Käufer*in erzielt.
Zwei Dinge zeigen diese Zahlen besonders: zum einen geht das veränderte Kaufverhalten, sterbende Innenstädte und digitale Angebote nicht am Buchhandel vorbei – das Niveau ist aber nach wie vor hoch. Und zum anderen verdeutlichen die Zahlen und Umfragen, dass die gesellschaftliche Relevanz für Bücher nach wie vor ungebrochen ist. Die Pandemie hat dies sogar noch einmal bekräftigt.
Das heißt aber nicht, dass alles auch einfach so weitergehen kann und wir vor lauter Nostalgie die aktuellen Probleme und die Herausforderungen der Zukunft ausblenden können.
Ohne permanente Anpassung wird es kaum möglich sein, erfolgreich ein Geschäft über Jahre zukunftsfähig zu gestalten. Für eine Buchhandlung gilt dies noch einmal im besonderen Maße.
Meine Vision ist es, meinen Buchladen als Start-up zu konzipieren, der jederzeit bestehende Angebote, Produkte und Dienstleistungen evaluieren und aktualisieren kann.
Die Preisbindung ist ein sehr hohes (Kultur-) Gut, sie verhindert Preisdumping und garantiert die Vielfalt von Büchern und Buchhandlungen. Eigentlich. Denn es ist nicht zu übersehen, dass die Anzahl der unabhängigen Buchhandlungen in den letzten Jahren arg schrumpft, die Konsolidierung schreitet voran, Amazon wächst und das besondere Buch hat es schwer.
Zudem verhindern geringe Margen und steigende Kosten, dass eine Buchhandlung wirtschaftlich bestehen kann, von Rücklagen für nötige Innovationen und Investitionen gar nicht erst zu sprechen. Da muss es doch neue Wege geben? Das ist mein Spirit!
Buchhandlungen sind gute Orte, um Menschen Transformation zu zeigen, näher zu bringen und insbesondere Berührungsängste zu nehmen, denn nur informierte Menschen können die Zukunft mit Spaß und ohne Angst mitgestalten.
Mehr erfahrenDer Buchhandel ist eine Branche mit langer Geschichte, kulturellem Anspruch und enormer Widerstandsfähigkeit, sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich. Trotz großer Konkurrenz im Online-Handel und den dadurch bedingten Umsatzrückgängen haben Buchhandlungen durchgängig ihre Relevanz in unserer Gesellschaft, in unseren Innenstädten und in unserem Alltag bewiesen. Die Pandemie hat zudem die Systemrelevanz untermauert und Bücher und das Lesen in die Nähe des alltäglichen Bedarfs und den zu priorisierenden, menschlichen Bedürfnissen gerückt.
Aus meiner buchhändlerischen Perspektive macht mich dies froh und aus meiner unternehmerischen Sicht bestärkt es mich zudem mit meinem Vorhaben auf dem richtigen Weg zu sein: Eine smarte Start-up Buchhandlung zu gründen, die die analoge und digitale Welt auf bestmögliche Weise miteinander verbindet und so auf einem starken Fundament innovative und zukunftsfähige Geschäftsmodelle entwickeln, ausbauen und etablieren kann. Eine Buchhandlung, die ab Bestehen wächst und sich durch ihre agilen Strukturen jederzeit verändern und anpassen kann.
Mein Geschäftsmodell ist daher auf drei Säulen aufgebaut, denn aus allen vorab beschriebenen Gründen bietet das Buch und sei es noch so literarisch wertvoll, spannend oder romantisch, einfach nicht mehr die nötige Marge für eine umfangreiche Kostendeckung. Zudem wird der gesellschaftliche Part eine wichtige Rolle spielen. Digitale Transformation ist nicht nur Technologie, es geht um neue Geschäftsmodelle, neue Formen von Arbeit, kulturelle und gesellschaftliche Veränderungen, kurz: Digitalisierung und neue Technologien benötigen ein offenes Mindset in unserer Gesellschaft.
Um das alles wird es gehen im Beautiful Bookstore:
Bookshop
Vertrieb analog & digital
Events
Leistungen & Co im Stream
Kooperationen
Produkt-Kooperationen
Säule 1 wird zunächst die Hauptsäule sein, Säule 2 und 3 die wachsenden Segmente.
Mit Roboter Peppa Book in Geschichten eintauchen oder Produkte frisch aus dem 3D Drucker ausprobieren?
Stay tuned and be patient.
Ich bin selbst so unglaublich verliebt in mein Logo, dass es schon vorab eine kleine localbook.shop Kollektion geben wird.
An dieser Stelle wird es bald ein paar ausgewählte und limitierte lokalbook.shop Artikel geben, die Ihr schon vorab erwerben könnt, wenn Ihr mögt. Damit supportet Ihr vielleicht nicht die Welt, aber mein Herz und meine Ideen. ❤️💡 Stay tuned and be generous.
Aktuelles rund um Bücher, Schriftsteller*innen und die Buchbranche, die immer in Bewegung ist.
„Die Nachfrage nach Büchern ist enorm groß“ sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, als er Anfang Juli eine Zwischenbilanz vorlegte.
Allerdings: Immer weniger Menschen kaufen immer mehr gedruckte Bücher. Dieses Phänomen beobachten wir nun schon seit einigen Jahren - der Buchhandel bleibt einigermaßen stabil, aber die Zukunft lässt sich darauf natürlich nicht bauen.
Nun sollte man sich nach diesem unfassbar anstrengenden Jahr allerdings auch einfach mal auf die positiven Seiten konzentrieren und anschauen, wie der Buchhandel durch die Pandemie gekommen ist.
Und die Zahlen sind sogar sehr erfreulich, denn das Lesen hat im Corona Jahr 2020 durchaus neue Beliebtheit erfahren: 25 Prozent lesen häufiger ein Buch als vor der Pandemie. Und noch erfreulicher: besonders die Jüngeren lesen wieder mehr, in der Altersgruppe der 10 bis 19-Jährigen liegen die Zuwächse bei 34 Prozent. Da hüpft mein Herz bis zum Mond und wieder zurück und ich hoffe, dass die Geschichten und das Lesen Kindern und Jugendlichen durch die für sie so schwere Zeit geholfen haben.
Und auch die Umsätze sind trotz Lockdown und Corona-Maßnahmen ziemlich stabil geblieben und liegen im Vergleich zu 2019 sogar mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 9,3 Milliarden Euro. Das darf man echt einmal feiern, denn das ist vor allem einem großartigen Vertriebsnetz im Buchhandel und dem tausendfachen persönlichen Engagement vor Ort in den Buchläden zu verdanken. Viele Buchhändler*innen haben zudem extrem digital aufgerüstet, um Ihre Leserinnen und Leser zu erreichen und die eigene Existenz zu sichern und die Lernkurve war gigantisch. Der Digitalisierungsschub, der in vielen anderen Bereichen schnell wieder abgeebbt ist und im Bildungswesen komplett verpennt wurde, hat der Buchbranche stabile Umsätze gebracht, das muss man erst einmal schaffen. Chapeau!
Besonders die Bereiche Kinder- und Jugendbuch haben für Umsatzzuwächse von knapp 5 Prozent gesorgt, während die Umsätze mit Reisebüchern erwartbar eingebrochen sind (minus 26 Prozent).
Aber alle diese wirtschaftlichen Zahlen sollen nicht suggerieren, dass es beim Lesen nur um den reinen Konsum ginge - ganz im Gegenteil.
„Bloßer Informationskonsum verfehlt den Sinn des Lesens.“ Das schreibt Tim Leberecht, Autor, Mitgründer und Co-CEO des House of Beautiful Business, in seinem wunderbaren Essay "Bücher sind mehr als Key Takeaways” im Digitalmagazin „ada“. Denn der eigentliche Sinn des Lesens ist das Lesen selbst und wie wir lesen. Tiefes Lesen verändert unser Gehirn und bietet die Grundlage für wichtige Perspektivwechsel und echte Empathie:
„Lesen ist vor allem eine schöne Beschäftigung - kein Geschäft. Nehmt euch Zeit dafür; die ganze Welt hängt davon ab.“
Wenn das nicht mal die eigentlichen positiven Zukunftsaussichten sind!
Wie geht´s weiter?
Anja mit der humanoiden Roboterin Peppa Book (v. r.)
Seit mehr als zwanzig Jahren arbeite ich mittlerweile im Buchhandel. Puh, das klingt ziemlich alt, aber auch nach einer langen, turbulenten und spannenden Geschichte. Eine Geschichte, die sich auf großartige Weise immer dem eigenen Plot entgegengestellt hat, sonst wäre das Buch nämlich schon lange mausetot. Aber am Ende blieb sogar das Ende aus.
Leserinnen und Leser mit wunderbaren Büchern zu vernetzen ist meine absolute Leidenschaft. Darüberhinaus interessiere ich mich besonders für alle Facetten der Digitalisierung und die Auswirkungen auf Mensch und Gesellschaft. Und die Buchhandlung ist ein ganz besonderer Ort neue Technologien auszuprobieren, Menschen zu zeigen, Spaß daran zu vermitteln und Neugier zu wecken. Denn nur mit Neugier werden wir unsere Zukunft selbst gestalten können.
Seit ich mit Anfang vierzig Politikwissenschaft und Soziologie studiert habe, um die Mechanismen von Transformation und strukturellem Wandel besser zu verstehen, habe ich den Traum diese Perspektiven mit einem smarten Buchhandel zu verknüpfen.
Mit localbook.shop habe ich nun ein Start-up gegründet, das die Möglichkeit bietet, Buchhandel neu zu denken und Wirtschaft, Kultur und Digitales gewinnbringend miteinander zu verbinden - das ist für mich Buchhandel des 21. Jahrhunderts.
Geplant sind Lesungen, Diskussionsrunden und Workshops. Lesungen und Diskussionsrunden finden (je nach aktueller, pandemischer Lage) mit einer kleinen Anzahl an Zuschauern live vor Ort statt und werden immer auch zusätzlich online gestreamt. Egal ob online oder offline, Ihr könnt Euch mit passenden Buchpaketen und signierten Exemplaren zu Event und Gästen easy über das Ticketing eindecken.
Ein ganz besonderes Augenmerk werden wir auf Schulführungen legen. Wer jetzt bereits Interesse hat, für Anfang 2022 eine Schulführung in Düsseldorf* zu buchen, kann dies gerne schon über das Kontaktformular tun. (Ich weiß gerade nicht, was eher da sein wird, dieser Text oder das Kontaktformular, sollte es also noch fehlen, bitte noch ein wenig Geduld - es kommt 🙂)
Stay tuned and be astonished.
*die Adresse des Buchladens kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht angegeben werden, unser localbook.shop wird aber in der Nähe der Düsseldorfer City zu finden sein.
Bilker Straße 19 · 40213 Düsseldorf